60 likes | 164 Vues
Understand the significance of Border Tax Adjustments (BTA) in global environmental policy and trade regulations. Prof. Felix Ekardt from the University of Rostock explores the legal aspects, justifications, and implications of BTA implementation in international trade law.
E N D
Grenzkostenausgleichund Welthandelsrecht Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik Universität Rostock, Juristische Fakultät felix.ekardt@uni-rostock.de www.nachhaltigkeit-gerechtigkeit-klima.de
Grundstruktur von BTA • großer umwelt-/ ressourcenpolitischer Handlungsbedarf = IPCC-Prognosen z.B. noch relativ zurückhaltend (und trotzdem meist falsch wiedergegeben) • BTA als Ergänzung einer neuen, weitergehenden EU-Politik zur Vermeidung eines globalen Wettlaufs um die niedrigsten Standards • BTA-Ziel = zeigen, dass Umweltpolitik ökonomisch möglich = schafft Bereitschaft zu strikter globaler Umweltpolitik • daher: BTA für Im- und ggf. auch für Exporte, da langfristig ökologisch-sozial für alle besser • in OECD-Staaten wichtig: BTA erspart nicht (a) verstärkte Umweltpolitik, (b) Lebensstildebatte/ Suffizienz, (c) Fragen sozialer Verteilungsgerechtigkeit Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik Universität Rostock felix.ekardt@uni-rostock.de
Reichweite der Rechtsanalyse von BTA • BTA als Ausgleich nicht nur für Steuern/ Zertifikatmärkte und besonders belastete Industrien, sondern generell für Kosten der Umweltpolitik denkbar • Ressourcenbegriff dabei weit fassen (z.B. auch Böden, Pflanzen usw.) • Vereinbarkeit mit Art. III und I GATT indes klärungsbedürftig • schon tatbestandlich aber u.U. wegen Art. II:2a GATT und Fn. 61 zu Annex II des GATT keine Beeinträchtigung • wesentlich für weitere Argumentation: nicht zu sehr auf vorhandene WTO-Judikatur fixieren: • keine Bindungswirkung über entschiedenen Fall hinaus • schon strategisch deshalb Fixierung nicht sinnvoll, zumal internationale Judikatur oft wenig konsistent • letztlich muss Normtext (v.a. GATT) ausgelegt werden Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik Universität Rostock felix.ekardt@uni-rostock.de
WTO-Rechtfertigungen (1) >>> m.E. Kosten als “other charges” (Art. III:2 GATT) >>> Ergänzungen zur Rechtfertigung nach Art. XX:b/ g GATT • „Nachhaltigkeit“ in der Präambel des WTO-Rahmenübereink. • Vorsorge/ Nachweisbarkeit der Klimaproblematik • kollidierendes Völkerrecht zur Auslegung des Art. XX GATT: Umweltvölkerrechtsverträge über Art. 3 DSU, 31 WVRK: Problem aber: (a) fehlende Ratifikation; (b) oft Unklarheit/ Unverbindlichkeit des Umweltvölkerrechts >>> aber z.B. Art. 2 UNFCCC (trotz Kyoto, Cancun etc.) • kollidierendes Völkerrecht zur Auslegung des Art. XX GATT: Menschenrechte (Bioenergie z.B.) • für Chapeau v.a. wichtig = sorgfältige und eher konservative Berechnung der BTA-Höhe Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik Universität Rostock felix.ekardt@uni-rostock.de
WTO-Rechtfertigungen (2) >>> BTA zusätzlich zu Art. XX GATT auch über „Vermeidung von Verschonungssubventionen“ rechtfertigbar? (= geduldete Umweltzerstörung als Subvention) • Nichtanlastung externer Kosten (Klimaschäden z.B.) bei ausländischen Produkten ggf. als WTO-rechtlich unerlaubte Exportsubvention (Art. XVI GATT) • Begründung für internalisierenden Subventionsbegriff = weiter Wortlaut des Art. XVI GATT, Nachhaltigkeitsprinzip, Verursacherprinzip Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik Universität Rostock felix.ekardt@uni-rostock.de
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!Felix Ekardtwww.nachhaltigkeit-gerechtigkeit-klima.de