Download
slide1 n.
Skip this Video
Loading SlideShow in 5 Seconds..
Kommunikation und Sprache PowerPoint Presentation
Download Presentation
Kommunikation und Sprache

Kommunikation und Sprache

366 Vues Download Presentation
Télécharger la présentation

Kommunikation und Sprache

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Presentation Transcript

  1. Kommunikation und Sprache

  2. Gliederung: • Sprache als heterogenes System • Gesellschaftliche Aspekte von Sprache und Sprachwandel • Sprache und Identität • Geschichtliche Entwicklung der Sprachen • Lateinund Deutsch • Sprachpolitik der EU • Einfluss des Englischen auf das Deutsche

  3. Überblick - die historische Einzelsprache ist nicht homogen, sondern ist ein heterogenes System (Coseriu 1970)        Sie besteht aus : 1. regionale Sprachvarietäten (diatopisch) 2. soziale Sprachvarietäten (diastratisch) 3. funktionale Sprachvarietäten (diaphasisch)  historische Sprache ist niemals ein Sprachsystem, sondern ein Diasystem(= Summe von Sprachsystemen)

  4. Sprachwandel (= Diachronie) - Sprache ist auch kein statisches System - Sprache kann sich verändern         Warum kommt es zum Sprachwandel? Außersprachliche Faktoren spielen eine wichtige Rolle : wirtschaftliche, soziale, technische, politisch Veränderungen

  5. - durch Einfluss eines anderen Sprachsystems entweder als Substrat = Sprache eines eroberten Volkes, die in der Sprache der ErobererSpuren hinterlässt oder Superstrat = Sprache eines Eroberervolkes, die sich aber als Ganzes nicht haltenkann, sondern nur in der Sprache der von ihm Eroberten Spuren hinterlässt.

  6. Sprache wurde im Lauf der Geschichte zu einem Instrument • der Machtausübung über andere Volksgruppen • Europäische Beispiele : Verbot des Elsässischen in Frankreich • oder des Katalanischen in Spanien

  7. Sprache wird in Klassengesellschaften zum Instrument • der Rangsicherung • Überhebung und Überlegenheit über das Volk • - Hochsprache vs. Dialekt

  8. Dialekt vs. Einheitssprache - Definition Dialekt: Dialekt ist eine besondere Form einer Sprache, die in einem bestimmten geographischen Gebiet gesprochen wird, die sich von bestimmten Formen innerhalb derselben Sprachgemeinschaft auf einer oder allen Sprachebenen soweit unterscheidet, dass sie als eine Einheit gilt, aber sich von den anderen Dialekten der Sprache nicht so stark unterscheidet, dass sie als eigene Sprache zu betrachten wäre. (GLINZ 1970:82)

  9. Entstehung einer Einheitssprache • - Subsystem unter anderen, ursprünglich gleichwertigen • Subsystemen • Dialekt des Gebietes, das politisch oder kulturell dominant • wurde, gewann mehr Prestige als die anderen („Hochsprache“) • Oder: Einheitssprache entstand durch Mischung und Ausgleich • aus verschiedenen Dialekten, z.B. Neuhochdeutsch • Einheitssprache unterscheidet sich von andere Subsystemen • durch ihre Funktion (Verwaltungssprache, Schriftsprache)

  10. - Gesellschaftsstruktur und Sprachstruktur sind eng • miteinander verwoben. • - sprachliche Inhalte und Formen sind der Ausdruck von • gesellschaftlichen Strukturen • Sprache stiftet (nationale) Identität • - Sprache spielt in ethnischen Konflikten häufig eine • zentrale Rolle.

  11. Funktionen der Sprache: • -Symbol der Sprachgemeinschaft • Instrument der Kommunikation und sozialen Handelns • Strukturierungsmedium der Welt einer Sprachgemeinschaft

  12. Sprache ist das deutlichste Merkmal nationaler und • ethnischer Gemeinschaften (GILES 1996) • -  Nation und Sprache sind insbesondere in • Westeuropa eng aufeinander bezogen • der Nationalismus hat seine Geburtsstunde im Zeitalter • der Französischen Revolution und der napoleonischen Kriege • er entwickelte sich durch den Aufstieg des Bürgertums • als primären Träger des nationalen Gedankens • und in der Entstehung des modernen Zentralstaates

  13. die nationale Wiedergeburt führte zur regen Erforschung • der eigenen Geschichte, Literatur und Sprache •  Ziel war das nationale Selbstbewusstsein zu fördern • in der nationalen Hochsprache findet das Volk als Kulturnation • zu sich selbst •  Sprache wird zu einem wesentlichen Faktor • des kulturellen und nationalen Selbstbewusstsein

  14. Geschichtliche Entwicklung des Lateinischen

  15. Latein - Muttersprache Europas Das Lateinische entwickelte sich aus einem Dialekt der Tiberregion zur Staats- und Verwaltungssprache eines Weltreiches und zur Umgangssprache der Mehrheit seiner Bewohner

  16. Zusammensturz des Römischen Weltreiches durch • Einfallen barbarischer Stämme • - ca. 500-600 n. Chr. stirbt Latein als gesprochene Sprache aus • Sie lebt aber noch weiter und spielt im Mittelalter • eine bedeutende Rolle.

  17. im westlichen Europa lebt Latein als Sprache der • christlichen Kirche fort und setzt sich als Sprache gegenüber • dem Griechischen durch • es werden zahlreiche Wörter aus dem Griechischen • übernommen : apostolus, diaconus, episcopus, evangelium • Latein wird Sprache der Scholastik der christlichen Philosophie • des Mittelalters • - Latein wurde zum Instrument der päpstlichen Herrschaft

  18. ab dem 6. Jh. verändert sich die gesprochene Volksprache • (Vulgärlatein) immer mehr vom schriftlichen Latein • der Wissenschaft und Literatur •  sie spaltet sich in regionale Sprachen auf • es entstehen allmählich Übergangssprachen, aus denen später die romanischen Sprachen entstehen

  19. - Schriftlatein besteht weiter •  wird zum Verständigungsmittel des gebildeten Europa • Latein war der Schlüssel zur höheren Bildung vor allem • in den Klosterschulen im Mittelalter • - Latein wurde zur Wissenschaftssprache • Erneuerungsbewegung Karl des Großen = karolingische Renaissance • Kaiser berief Gelehrte aus den Ländern (England u. Italien) an • seinen Hof, in denen sich Latein besser bewahrt hatte • als in Mitteleuropa • - Karl d. Gr. sprach Latein genauso fließend wie das Fränkische

  20. diese Erneuerungsbewegung reinigte Latein von Einflüssen des • Vulgärlatein • Latein der klassischen römischen Autoren galt als Richtschnur • Latein wurde in Mitteleuropa alleinige Unterrichtssprache • Humanismus • - Geistesbewegung von Italien ausgehend im 15. Jh. • Rückbesinnung auf klassische Vorbilder • an Universitäten des Mittelalters wurde nur in Latein gelehrt

  21. wichtige Werke der Philosophie und Wissenschaft des • Abendlandes von ca. 800 - 1700 erschienen in • Lateinischer Sprache: • - Johannes Kepler: Mysterium cosmographicum, • Harmonices mundi(„Weltharmonik“) 1619 • -  Isaac Newton: Philosophae naturalis principia mathematica • (“Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie“) 1687 • mit dem Erstarken des Nationalgefühls wurde Latein als • Sprache der Wissenschaft langsam verdrängt

  22. Sprachpolitik der EU

  23. Sprachpolitik und Sprachplanung in der EU • - 15 Mitgliedsstaaten, 11 Amtssprachen (+ Irisch) • autochtonen Minderheiten • Minderheiten wollen kulturelle Autonomie (meist zweisprachig) • Soziolinguistik: • Unterscheidung zwischen Bilinguismus und Diglossie • Bilinguismus: 2 Sprachsysteme wirken auf eine Person • Diglossie: 2 Sprachen werden in einem Gesellschaftssystem • verwendet

  24. Wird Sprache A nur in Beruf und Sprache B nur zu Hause • benutzt, gewinnt A an Prestige und wird weiterentwickelt, • B wird verdrängt • Politik und Sprachwiss. müssen dem entgegenwirken • Sprache muss an veränderte Bedürfnisse der Sprachgemeinschaft • angepasst werden • Aufgaben der Sprachplanung: Kodifizierung und Förderung • der Sprache

  25. Di- bzw. Triglossie und Sprachpolitik im Elsass • - Französisch, Hochdeutsch, elsässischer Dialekt • - Geschichte: bis Mitte 17. Jh. Elsass deutsch • nach 30-jährigem Krieg französisch • 1870/71 Deutsch-Französischer Krieg (Elsass und Lothringen • zurückerobert) • - 1. WK : Elsass wieder französisch (Deutsch öffentlich verboten) • - 1939 bis Ende 2. WK Elsass deutsch • - nach 2.WK Elsass endgültig französisch

  26. - ab 1951 elsässischer Dialekt darf wieder in Grundschule gesprochen werden - 1970 Möglichkeit Abitur in Regionalsprache zu machen - heute: bis 5. Klasse Deutsch obligatorisch - Diglossiesituation im Elsass nicht ausgeglichen (Dialekt hat weniger Prestige) - Elsässisch vor allem von unteren sozialen Schicht, Landbevölkerung und älteren Generation gesprochen

  27. Einfluss des Englischen auf das Deutsche

  28. Der Einfluss des Englischen auf das Deutsche • - Englisch = Lingua Franca der Welt •  verändert auch andere Sprachen •  hat vor allem auf das Deutsche einen starken Einfluss • Englische Sprache prägt unterschiedliche Bereiche • unseres Lebens

  29. - wird ein englisches Wort in den deutschen Wortschatz übernommen, behält es nicht immer seine ursprüngliche Form, da sich Englisch und Deutsch in Grammatik und Morphologie unterscheiden -  Besonderheiten des Englischen : flexionsarm : kaum Veränderungen beim Komparativ, Plural,Verben  lässt sich deswegen besonders gut in andere Sprachen integrieren - Anglizismen werden oft in Orthographie und Flexion an die deutsche Sprache angepasst

  30.   - Anglizismus = sprachliche Entlehnung aus dem Englischen 1. eingedeutschte Begriffe: Lehnwörter : Haarspray, recyclen 2. Fremdwörter : Layout, Countdown 3. Pseudo-Anglizismen : Handy, Smoking

  31. -    Einfluss nicht nur auf den Wortschatz, sondern auch auf :      1. Syntax : Genitiv S      2. Aussprache      3. Orthographie : C statt K (Cassette, Club)      4. Redewendungen : Es macht keinen Sinn

  32. Ursachen des Einflusses • -  Englisch ist die am meisten gesprochene Verkehrssprache • -  Historischer Grund : Expansion des Commonwealth • Englisch wird in allen Kontinenten gesprochen • -  Aufstieg der USA als Siegermacht nach dem 2. Weltkrieg • wirtschaftliche Ausdehnung Verbreitung der Sprache im Bereich der Wissenschaft

  33. Ausdehnung des Internets im privaten und kommerziellen Bereich • Anfang/Mitte der 90er •  Verbreitung des Englischen weltweit • - Geschwindigkeit der Verbreitung spielt auch eine Rolle •  sekundenschnelle Übertragung von Informationen • infolge des Zeitdrucks werden Information kaum oder nur schlecht übersetzt

  34. - Englische Wörter sind in vielen Bereichen des Lebens zu finden: Computer, Fernsehen, Musik, etc.  - Fachausdrücke wie User, e-mail, etc. werden ins Deutsche übernommen - Englische Begriffe sind meistens kürzer und prägnanter und suggerieren Modernität

  35. Vergleich mit früheren Einflüssen aus anderen Sprachen - Latein und Französisch hatten auch einen starken Einfluss auf das Deutsche - Französisch gewann im 16. Jahrhundert durch den Aufstieg der französischen Kultur und die Ausbreitung der Macht der französischen Könige an Bedeutung  Französisch wurde in Adelskreisen Mode  Aufnahme zahlreicher französischer Wörter in die deutsche Sprache  weiterer Aufschwung durch französische Revolution

  36. - damals war der Gebrauch von Fremdwörtern aber auf • bestimmte Gesellschaftsklassen beschränkt (im Gegensatz • zum Englischen heute) • - viele Fremdwörter aus dem Französischen wurden im Zeitalter • des Nationalismus eingedeutscht • - gegen Ende des 1. Weltkrieges löste Englisch Französisch • als Modesprache ab • zu diesem Zeitpunkt unterschied sich der Einfluss des • Englischen noch nicht wesentlich von dem fremdsprachlichen • Einfluss des Französischen

  37. Anstieg an englischen Begriffen erst seit dem Ende • des 2. Weltkrieges • Gesellschaftliche Gründe: • Intellektuellenfeindlichkeit der Nazis •  Verlust der deutschen Sprache an internationalen Bedeutung • Emigration deutscher Wissenschaftler und Literaten in die USA •  begannen auf Englisch zu publizieren • -  für Jugendliche bedeutete das Englische, besonders • englischsprachige Musik, ein Ausbruch aus der geistigen • Beschränktheit des NS-Denkens • Gebrauch englischer Wörter sollte Internationalität ausdrücken

  38. Literaturverzeichnis Arntz, Reiner (1998): Das vielsprachige Europa Hildesheim : Hildesheimer Universitätsschriften Band 4 Giles, Howard / Bourhis, Richard Y. / Taylor, Donald M. (1977): Towards a Theory of Language in Ethnic Group Relations. In : Giles, Howard (ed.): Language, Ethnicity and Intergroup Relations. London : Academic Press, S. 307-348 Glinz, Hans (1970) : Linguistische Grundbegriffe und Methodenüberblick. Studienbücher zur Linguistik und Literaturwissenschaft, Bd.1. Bad Homburg: Athenäum Haarmann, Harald (1988): Sprachen und Sprachpolitik. In: Ammon, U. / Dittmar, N. / Mattheier, K. J. (Hrsg.)(1988), : Soziolinguistik. Ein internationales Handbuch zur Wissenschaft von Sprache und Gesellschaft, S. 1660-1678 Berlin : de Gruyter

  39. Haarmann, Harald (1993): Die Sprachenwelt Europas: Geschichte und Zukunft der Sprachennationen zwischen Atlantik und Ural. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft Kloss, Heinz (1969): Grundlagen der Ethnopolitik im 20. Jahrhundert: Die Sprachgemeinschaften zwischen Recht und Gewalt Wien : Wissenschaftliches Archiv Maletzke, Gerhard (1996): Interkulturelle Kommunikation. Opladen: Westdeutscher Verlag GmbH Pelz, Heidrun (2000): Linguistik. Eine Einführung. Hamburg: Campe Verlag Störig, Hans-Joachim (1997): Abenteuer Sprache München : Humboldt-Taschenbuchverlag Jacobi KG Zimmer, Dieter E. (1997): Deutsch und anders - die Sprache im Modernisierungsfieber Hamburg: Rororo Sachbuch http://www.sprachpolitik.de letzte Aktualisierung: 13/10/2001 Besucht am 28.4.2002