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Gewaltprävention im Kontext des Sozialen Lernens Referent: Sueleyman Kurun Seminar: Soziales Lernen Dozent: Prof. Dr. K

Gewaltprävention im Kontext des Sozialen Lernens Referent: Sueleyman Kurun Seminar: Soziales Lernen Dozent: Prof. Dr. Krug Datum: 19.12.2005. Gewaltprävention im Kontext des Sozialen Lernens. Gliederung: Einleitung 1. Gewaltdefinition 1.1 Gewaltformen 1.2 Gewaltsysteme

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Gewaltprävention im Kontext des Sozialen Lernens Referent: Sueleyman Kurun Seminar: Soziales Lernen Dozent: Prof. Dr. K

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Presentation Transcript


  1. Gewaltprävention im Kontext des Sozialen LernensReferent: Sueleyman KurunSeminar: Soziales LernenDozent: Prof. Dr. KrugDatum: 19.12.2005

  2. Gewaltprävention im Kontext des Sozialen Lernens Gliederung: Einleitung 1. Gewaltdefinition 1.1 Gewaltformen 1.2 Gewaltsysteme 1.2.1 Politik 1.2.2 Recht 1.2.3 Soziologie

  3. Gliederung 2. Aggressionsdefinition 2.1 Formen und Ziele von Aggression 2.2 Aggressionstheorien 2.2.1 Die Frustrations- Aggressionstheorie 2.2.2 Das Triebmodell der Aggression 2.2.3 Lern- und sozialisations- theoretisches Modell

  4. Gliederung 3. Der Amoklauf von Erfurt 3.1 Aggression und Gewalt an Schulen 4. Gewalt gegen Behinderte

  5. Gliederung 5 Maßnahmen zur Gewaltprävention 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 5.2 Wie kann Soziales Lernen Gewalt vorbeugen? 6. Diskussion/Reflexion

  6. Einleitung „Der Mensch wird nur zum Menschen in der Beziehung zum Mitmenschen.“ Martin Buber

  7. 1. Gewaltdefinition • Gewalt: v. althochdt. Verb „walten, – stark sein“. Etymologische Bedeutung: „Verfügen können über innerweltliches Sein.“ • Dazu Sophokles: „Viel Gewaltiges lebt, nichts aber ist gewaltiger als der Mensch.“ • Schwammige Definition, da Verwendung abhängig von spezifischen Erkenntnissen.

  8. 1. Gewaltdefinition • Assoziierte Termini: Aggression, Machtmissbrauch, Körperkraft od. Zwang. • Somit ist Gewalt definiert, als Einwirkung auf einen anderen, der dadurch geschädigt wird.

  9. 1.1 Gewaltformen • Personale Gewalt: • Psychische – (Drohung, Mobbing) • Physische – (körperliche Einwirkungen) • Strukturelle Gewalt: (nach Johan Galtung, Friedensforscher) „Sie ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse“

  10. 1.1 Gewaltformen • Strukturelle Gew. allg. ausgedrückt: „Das Leben in einer verminderten Bedürfnisbe- friedigung leben, obwohl seine potentielle Möglichkeit größer wäre, jedoch durch höhere Kräfte verhindert wird.“ Hierzu zählen: Diskriminierung, Ungleiches Ein- kommen, Wohlstandsgefälle (20 / 80), Behinderung, etc.

  11. 1.1 Gewaltformen • Diese Form von Gew. kann nicht mehr konkreten personalen Akteuren zugeordnet werden, sondern sie basieren vielmehr auf gesellschaftlichen Systemen. • Strukturelle Gew. wird oftmals von den Opfern nicht wahrgenommen, da die eingeschränkten Lebensnormen internalisiert sind. (kein subjektives Gewaltempfinden.)

  12. 1.2 Gewaltsysteme 1.2.1 Politik • In der Rechtsphilosophie ist Gewalt synonym mit Macht zu setzen. Als Staats- gewalt bezeichnet man die Ausübung der Macht innerhalb eines Staates durch staatliche Organe, wie z.B. Verwaltung, Polizei, Gerichte. Es herrscht das Prinzip der dreifachen Gewaltenteilung (nach Rechtsphilosophen Montesquieu, 1748)

  13. 1.2.1 Politik • Legislative (Gesetzgebung) • Exekutive (Ausführung) • Judikative (Gerichte) Montesquieu äußert sich wie folgt: „distribution des pouvoirs“ = „Aufteilung der Macht“ Alle demokratische Staaten folgen dem Föderalismus. (Dezentralisierung der Macht)

  14. 1.2.2 Recht • Juristische Definition von Gewalt: „Körperlich wirkender Zwang, durch die Entfaltung von Kraft oder durch sonstige physische Einwirkungen, die nach ihrer Intensität dazu geeignet ist, die freie Willensentschließung oder Willensbetätigung eines anderen zu beeinträchtigen“ / BGH NJW 1995, 2643

  15. 1.2.3 Soziologie • Im soziologischen Sinn bedeutet Gewalt häufig eine illegitime Ausübung von Zwang: Der Wille dessen, über den Gewalt ausgeübt wird, wird missachtet oder gebrochen (psychische, körperliche Schädigung oder dessen Androhung). • Kulturelle Gewalt: Propaganda, Legitimität Kriege zu führen, Ausbeute von Staaten)

  16. 1.2.3 Soziologie • Symbolische Gewalt: (n. Pierre Bourdieu) Mechanismus, Machtlose Menschen denken über sich selbst so wie die Herrschenden es tun  Frauenbild 19 Jh. • Gewalt ist ein Moment von Macht: es wird Zwang eingesetzt sich (Einzel-/ Gruppenwillen) gegen den Willen eines anderen durch- zusetzen.

  17. 2. Aggressionsdefinition • Aggression: lat. aggredi: herangehen, angreifen. „Individuen oder Sachen werden aktiv und zielgerichtet geschädigt, sie werden geschwächt oder in Angst versetzt.

  18. 2.1 Formen und Ziele von Aggression Aggressionsformen: • Physische Form: schlagen, töten, körperliche Bedrohung) • Verbale Form: schimpfen, spotten, mimische Ausdrucksweisen • Emotionale Form: Ärger, Wut, Hass

  19. 2.1 Formen und Ziele von Aggression Aggressionsziele: • Durchsetzen eigener Interessen (Konflikt) • Beachtung durch andere finden (Profilieren) • Reaktion auf Aggression anderer (Abwehr) • Vergeltung erlittener Aggression (Rache)

  20. 2.2 Aggressionstheorien 2.2.1 Frustrations- und Aggressionstheorie „Jede Aggression ist eine Folge von Frustration“ und „Jede Frustration führt zu einer Aggression“. (Niederlage  Frustration  (Aggression?)

  21. 2.2 Aggressionstheorien 2.2.2 Das Triebmodell der Aggression: • Angeborener Aggressionstrieb bzw. Instinkt. • Aggressionsstau und Entladung finden ständig statt. • Triebmodell = umstritten

  22. 2.2 Aggressionstheorien 2.2.3 Lern- und sozialisationstheoretisches Modell Aggression ist das Ergebnis eines Lern- und Sozialisationsprozesses. (Modelllernen  Sport, Vorbilder)

  23. 3. Der Amoklauf von Erfurt Robert Steinhäuser, 26. April 2002 Amoklauf im Gutenberg-Gymnasium. Er erschoss 16 Menschen und sich selbst. Gründe: - Schulversagen - Kommunikationsprobleme mit Lehrern - Medieneinfluss („Ballerspiele“)

  24. 3.1 Aggression und Gewalt an Schulen • Aussortierung von Leistungsschwachen Schülern  Aggression, Wut, Verzweiflung (Randgruppierungen) • Geringe Frustrationstoleranz bei steigendem Leistungsdruck • Schlechte Zeugnisse: Autoaggression  Suizid • Soziale Benachteiligung (PISA)

  25. 3.1 Aggression und Gewalt an Schulen • „Gute Schulen haben wenig Gewalt, schlechte viel“ (positive Kultur) • Multikulturelle Probleme (Sprache, Religion und Identität) • Häusliche Gewalt trägt sich in die Schulen • Medienumgang („Ego-Shooter-PC-Game“) • Überlastetes Schulsystem (BVJ, HS. FS) • Fehlender Dialog Schule/Eltern/Schüler

  26. 4. Gewalt gegen Behinderte • Sexueller Missbrauch durch Familien- mitglieder, Bekannte u. Pflegepersonal. • Diskriminierung und Verachtung von behinderten Menschen. • Erschwerte Soziale Integration • Körperliche Gewalt

  27. 5. Maßnahmen zur Gewaltprävention • Maßnahem im Kontext der Frustrations- und Aggressionstheorie: Handlungsreparatur mit viel Alternativmöglichkeiten anbieten, falls Zielerreichung blockiert wird. (Konflikt nicht mit Schlagen lösen, sondern mit sozial angepassten Kommunikationsstrategien angehen).

  28. 5. Maßnahmen zur Gewaltprävention 2. Maßnahmen im Kontext des Triebmodells der Aggression: - Triebabfuhr durch Bewegung u. Sport. - Reglementierter und kultivierter Zweikampf (Ringen, Raufen, Judo)

  29. 5. Maßnahmen zur Gewaltprävention 3. Maßnahmen im Kontext des Lern- und sozialisations-theoretischen Modell: - Vorbildfunktionen (Eltern, Piergroups, Schule, Medien) - Belohnung, positive Verstärkung - Medienzensur, Waffenschein - Bandura: Rocky-Experiment 

  30. 5. Maßnahmen zur Gewaltprävention Zum Rocky-Experiment von Bandura: I. Phase: Kinder beobachten Rocky im TV, wie er agg. die Puppe traktiert. • Gruppe: Rocky wird für sein Verhalten gelobt und belohnt. • Gruppe: Die Modellperson wird bestraft, wenn es die Puppe prügelt. • Gruppe: Auf Rockys Verhalten folgen keine pos./neg. Konsequenzen.

  31. 5. Maßnahmen zur Gewaltprävention II.Phase: Kinder kommen anschließend in ein Spielzimmer (Gegenständen aus dem Video, wie Hammer und Puppe) III:Phase: Den Kindern wird mitgeteilt, dass für jede aggressive Handlung belohnt werden. Fazit: Stärkste Nachahmung beim belohntem u. konsequenzlosestem Moddell.

  32. 5. Maßnahmen zur Gewaltprävention Fazit des Rocky-Experiments: - Wird das Modell bestraft, so sank auch die Bereitschaft der Beobachter. - Verstärkung der Beobachter (3. Phase) durch Lob  alle drei Gruppen zeigen signifikant eine Aggressionszunahme.

  33. 5.1 Curriculum „FAUSTLOS“

  34. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ Was ist FAUSTLOS? Faustlos ist ein Curriculum für Kindergärten und Grundschulen, das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre soziale Kompetenz erhöhen soll. (US-Programm: SECOND STEP, Committee for Children in Seattle)

  35. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 2. Wozu FAUSTLOS? Forschungsergebnisse vermerken eine erhöhte Zunahme an Gewalt/Aggression an Schulen. Bedarf nach Prävention und Intervention werden laut. Mangel an sozialen Kompetenzen  keine konstruktive Form der Problem- u. Konfliktbewältigung.

  36. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 2. Wozu FAUSTLOS? Hauptanliegen: Maßnahmen zur Steigerung der sozialen Kompetenz im Rahmen von Gewaltpräv.: - Fehlen v. alternativen Konfliktlösungen - Verstärkung v. adäquaten Verhalten (Üb.) - Behinderung durch: Ärger, Furcht u. Angst - Fehleinschätzung von Aggression (Kinder) - (Entwicklungsverzögerungen beim Kind)

  37. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 2. Wozu FAUSTLOS? Durch Faustlos, lernen Kinder prosoziale Verhaltensweisen auf die gleiche Weise, wie sie lernen, sich unsozial verhalten -nämlich über Vorbilder, Erfahrung und Verstärkung: (Lob, Belohnung, erfolgreiche Problemlösungen lernen)

  38. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 3. Wie ist FAUSTLOS aufgebaut? Faustlos vermittelt alters- und entwick- lungsadäquate prosoziale Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen: - Empathie - Impulskontrolle - Umgang mit Ärger und Wut (GS = 51 Lektionen u. Kindergarten = 28 L.)

  39. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 3. Wie ist FAUSTLOS aufgebaut? - Ebene Empathie: „Es ist ein Set von Fähigkeiten und Fertig- keiten“; die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten.

  40. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 3. Wie ist FAUSTLOS aufgebaut? - Ebene der Impulskontrolle: • Interpersonelles kognitives Problemlösen (feste Gedankenschritte in Problemsit.) • Training sozialer Verhaltensfertigkeiten (Rollenspiel: Verhaltensweisen: „entschuldigen“ oder „mitmachen“)

  41. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 3. Wie ist FAUSTLOS aufgebaut? - Ebene des Umgangs mit Ärger u. Wut: Wahrnehmung des Auslösers von Ärger durch positive Selbst-Verstärkungen (Lob) in Verbindung mit Berührungstechniken. So Können Wutanfälle verhindert werden und die Kinder können über den Vorfall nachdenken.

  42. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 4. Materialien: - Lerninhalte auf Projektionsfolien (Kinder in verschiedenen sozialen Situationen) - Lektionen: Vorbereitungsteil, Geschichte mit Diskussionsfragen, Rollenspiel zur Vertiefung und Übertragung d. Gelernten - Durchführungsbuch von FAUSTLOS - Fordbildungskosten 105 Euro/Tag

  43. 5.1 Das Curriculum „FAUSTLOS“ 5. Ergebnisse zur Effektivität v. FAUSTLOS: Geförderte Studie durch das Ministerium f. Kultur, Jugend u. Sport BW: - 14 GS (30 Kl.) Längsschnittstudie 3 Jahre - 7 Schulen als Kontrollgruppe • (Prof. Cierpka, 2001) Faustlos-Kinder weniger soziale Ängste, Ablehnung v. Aggression im vgl. zu der Kontrollgruppe.

  44. 5.2 Wie kann Soziales Lernen Gewalt vorbeugen? • Soziales Lernen (nach Hielscher, 1974) - Erlernen v. sozialen Verhalten - Erwerb v. Fähigkeiten K.  Erw. alters - Außenbeziehungen = in Interaktion mit der Umwelt (Menschen/Gruppen treten)

  45. 5.2 Wie kann Soziales Lernen Gewalt vorbeugen? 2. Elf Zielbereiche d. SLnach Petillon 1993: 1) Kommunikation 7) Soz. Sensibilität 2) Kontakt 8) Toleranz 3) Kooperation 9) Kritik 4) Solidarität 10) Umgang m. Regeln 5) Konflikt 11) Gruppenkenntnisse 6) Ich-Identität

  46. 5.2 Wie kann Soziales Lernen Gewalt vorbeugen? 3. Sozialerziehung in der Schule: - Pos. Sozialverhalten schulen (Petillon) - Normverdeutlichung u. Grenzziehung - Pos. Autorität - Konsequenz (Sanktionen, Durchgreifen)  Begründung - Olweus „Lehrerpräsenz  Schüleragg.

  47. 5.2 Wie kann Soziales Lernen Gewalt vorbeugen? 3. Sozialerziehung in der Schule: - Päd. Konsens (Einigkeit v. Lehrern) - Humane Kommunikation L. zw. Schüler - Pos. Feedback (neg. Äußerung meiden) - Übertragung v. Verantwortung (Haustier, …Aufgabenverteilung, Hilfestellung im Sp) - Schulkodex „Wir lösen Konflikte ohne Gewalt“ (Erarbeitung m. Schülern, Poster)

  48. 5.2 Wie kann Soziales Lernen Gewalt vorbeugen? 3. Sozialerziehung in der Schule: - Soz. Lernübung (Rollenspiele, Theater) - Sozialrituale: „Grüßen, bedanken…“ - Konstruktive Konfliktlösung (gemeinsam) - Schüleraktive Unterrichtsformen  Gruppenarbeit  Teamfähigkeit. - Spiel und Entspannung (Aktivitätsstaus)

  49. 6. Diskussion/Reflexion

  50. 7. Literatur - Cierpka, Manfred. Faustlos - ein Curriculum zur Prävention von aggressi- vem und gewaltbereitem Verhalten bei Kindern der Klasse 1 – 3, Hogrefe Verlag, 2002. - Keller, Gustav. Sozialerziehung in der Schule. Ein Beitrag der Schulentwicklung zur Gewaltprävention, in: Lehren und lernen, 26 (2000) 6, S. 14 – 20. - Strittmatter, Roswit. Soziales Lernen – ein Förderkonzept für sehbehinderte Schüler - , Peterlang Verlag, 1999 - www.wikipedia.de

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