Trusts Instrumente der Nachlassplanung und des Vermögensschutzes Thomas Ditrich, 10.11.2006
Elemente und Involvierte eines Trusts
Elemente und Involvierte eines Trusts BENEFICIARIES primary … TRUSTEE SETTLOR Trust Deed “The Pink Panther Trust” secondary 100% XY Ltd. Z Ltd. PROTECTOR TRUST VERMÖGEN
Wesensmerkmale eines Trusts
Wesensmerkmale des Trusts • Trust hat keine eigene Rechtspersönlichkeit. • Trust ist kein Auftragsverhältnis zwischen Settlor und Trustee. • Trustvermögen ist zu einem bestimmten Zweck übertragenes Vermögen und bildet nach aussen betrachtet Sondervermögen des Trustees. • Mit dem Tod des Settlors oder des Trustees endet der Trust nicht. • Ernennung eines Protektors zur Überwachung des Trustees ist möglich.
Was bedeutet die Errichtung eines Trusts … • Aus Sicht des Settlors • Der Settlor trennt sich von seinen Vermögenswerten durch die Übertragung in einen Trust. • Er hat keine Verfügungsgewalt mehr über Trustvermögen. • Trustvermögen wird nicht mehr dem Settlor zugerechnet. • Trustvermögen ist vom persönlichen Schicksal des Settlors unabhängig. • Vom Trustzweck und Billigung durch den Trustee abhängiger Genuss des Settlors am Trustvermögen, sofern Stellung als Begünstigter.
Was bedeutet die Errichtung eines Trusts … • Aus Sicht des Trustees • Nach aussen formell Eigentümer der Trustvermögenswerte. • Verfügungsgewalt durch Trustzweck begrenzt (Zweckvermögen!). • Wahrung der Begünstigteninteressen und Erfüllung des Trustzwecks steht für den Trustee immer im Vordergrund. • Zweckwidrige Verwendung des Trustvermögens oder Pflichtversäumnis macht den Trustee schadenersatzpflichtig Trustee haftet mit seinem Gesamtvermögen. • Trustvermögen ist Sondervermögen Trustvermögen fällt nicht in Konkursmasse und nicht in Erbmasse des Trustees.
Was bedeutet die Errichtung eines Trusts … • Aus Sicht der Begünstigten • Vom Trustzweck abhängiger und auf Billigung durch den Trustee beruhender Genuss an den Trustvermögenswerten Zeitpunkt, Umfang und Berechtigung ist vom Trustzweck abhängig, Trustee beurteilt, genehmigt oder lehnt Anträge ab. • Keine erzwingbaren Genussrechte am Trustvermögen, sofern im Widerspruch zu Bestimmungen des Trust Deeds. • Trustvermögen wird nicht den Begünstigten zugerechnet.
Einsatzmöglichkeiten eines Trusts
Bsp. 1Schutz vor drohender Verstaatlichung von Privatvermögen durch den Einsatz eines Trusts • Unternehmen in einem südamerikanischen Land. • In den 30-er Jahren durch europäische Auswandererfamilie aufgebaut. • Tätig im Zulieferbereich der Ölindustrie. • Starkes Gefälle zwischen Vermögenden und gesellschaftlich Benachteiligten. • Sieg der Oppositionspartei bei bevorstehenden Wahlen zeichnet sich ab. • Politisches Programm sieht Verstaatlichung von wichtigen Unternehmen im inländischen Privatbesitz vor. • Familie errichtet einen New Zealand Trust, welcher über eine im Ausland domizilierte Sub-Holding die Aktien des Familienunternehmens übernimmt. • Ausländisch beherrschte Unternehmen sind vom Verstaatlichungsprogramm der Opposition nicht betroffen.
Bsp. 2Vermeidung unnötiger Erbschaftssteuern • Mexikaner, Geschäftsmann und begeisterter Skifahrer. • Beabsichtigt Erwerb eines Ferienhauses in den Rocky Mountains, Colorado. • Sein Steuerberater macht auf Erbschaftssteuer aufmerksam (bis zu 48%). • Errichtung eines Trusts, welcher eine Offshore Gesellschaft halten wird. • Überweisung entsprechender Mittel an die Offshore zum Erwerb des Ferienhauses. • Mexikaner mietet 5 Wochen pro Jahr das Ferienhaus, den Rest des Jahres wird es an Fremde vermietet. • Mieteinnahmen decken den Unterhalt, den lokalen Verwalter, sowie Honorare des Trustee und lokale Objektsteuern. • Beim Tod des Mexikaners findet aus amerikanischer Sicht kein Eigentumswechsel statt, da das Objekt nicht durch ihn gehalten wird. • Eine Erbschaftssteuer wird nicht erhoben.
Bsp. 3Erhaltung von Familienerbe (1/2) • Eine Familie besitzt in fünfter Generation ein kleines Schloss und Weingut in der Toskana. • Das Schloss ist idyllisch in einer Parkanlage gelegen, hat antike Möbel verschiedener Stilrichtungen und über Generationen erworbene Bilder und Skulpturen teilweise namhafter Künstler. • Familienoberhaupt ist Geschichtsprofessor. • Sein Sohn, Investmentbanker in London, pflegt den modernen Lebensstil und beabsichtigt, sich mit einer Galerie für zeitgenössische Kunst selbständig zu machen. • Die starke Konkurrenz und das unternehmerische Risiko hielten ihn bisher von seinen Plänen ab. • Die Tochter führt ein Unternehmen – Design für moderne Einrichtungen.
Bsp. 3Erhaltung von Familienerbe (2/2) • Der Vater hat Bedenken, was den Weitererhalt des Familienerbes nach seinem Tod anbelangt. • Er befürchtet, dass Schloss, Weingut, Kunstsammlung zu Gunsten der modernen Lebensart und des Unternehmertums der Nachkommen aufgegeben wird. • Er errichtet einen Trust und bringt das Anwesen inklusive Weingut als Vermögenswerte ein. • Ferner wird Liquidität eingebracht, um Unterhaltskosten bestreiten zu können. • Den Nachkommen wird Nutzungsrecht an einem Teil des Schlosses eingeräumt, mit der Auflage, den Fortbestand des Anwesens zu sichern. • Die Erträge aus dem Weingut sowie aus Einnahmen für die Besichtigung des Schlosses und der Kunstwerke durch Touristen, sollen als weitere Geldquelle für den Erhalt dienen. • Nur in finanziellen Notlagen sollen Vermögensteile verkauft werden können.
Bsp. 4Sicherstellung gewohnter Lebenshaltung - Schutz von Vermögen vor ideologischen Veränderungen • Ein vermögender Araber möchte nach seinem Tod für seine Frau und die drei Töchter die Weiterführung des durch ihn finanzierten Lebensstandards sicherstellen. • Er verfolgt mit Besorgnis das zunehmende Wirken von Fundamentalisten im arabischen Raum. Deshalb errichtet er für seine Frau und für jede Tochter je einen Trust mit darunter liegenden Offshore Gesellschaften. • In jedem der Trusts ist er Erstbegünstigter, nach seinem Tod jeweils die Frau bzw. die Töchter Folgebegünstigte. • Die Offshore Gesellschaften erwerben Wohneigentum an bevorzugten Lagen in europäischen Grossstädten und werden zudem mit angemessenen finanziellen Mitteln ausgestattet.
Bsp. 5 „Ring Fencing“ – Schutz des Vermögens vor potentiellen Schadenersatzklagen • Ein bisher erfolgreicher Schönheitschirurg will einen Teil seines erarbeiteten Vermögens vor möglichen, zukünftigen Schadenersatzklagen schützen. • Er errichtet einen Trust mit ihm und seiner Frau als Erstbegünstigte sowie seinen direkten und indirekten Nachkommen als Folgebegünstigte. • Der Trust dient der finanziellen Sicherstellung der gewohnten Lebenshaltung sowie der Ermöglichung einer erstklassigen Ausbildung der Nachkommen. • Der Chirurg überträgt Euro 4 Millionen auf den Trust.
Bsp. 6 „Ring Fencing“ – Schutz des Vermögens vor Zugriff unerwünschter Personen • Eine Tochter aus vermögender Familie hat aus Sicht ihrer Eltern ungünstig geheiratet. • Ihr Ehemann, ein Chemiker, hat sein gesamtes bisheriges Vermögen in seine erfolglosen Laborversuche investiert. • Ohne finanzielle Unterstützung ihrer Eltern würde die Familie finanzielle Not leiden. • Zur Sicherstellung der finanziellen Unabhängigkeit ihrer Tochter und der Ausbildung der Enkelkinder und weiterer Nachkommen errichten die Eltern einen Trust mit Tochter als Erstbegünstigten und Enkeln als Folgebegünstigte. • Der Schwiegersohn ist ausgeschlossen. • Ein Onkel mütterlicherseits wird zum Protektor ernannt.
Trust im Vgl. zuFL Stiftung und Trust reg.
Trust im Vgl. zur FL Familienstiftung und FL Trust reg. • Stiftung und Trust reg. unterscheiden sich vom Trust durch • ihre eigene Rechtspersönlichkeit (sind juristische Personen) Haftung nach aussen beschränkt durch Stiftungsvermögen, • Einflussmöglichkeiten des Errichters (Gründers) auf die Entscheide der Organe bei einem Trust reg. mit Treugeberrechten Inhaber der Treugeberrechte = oberstes Organ, • teilweise Haftungsbeschränkung der Organe im Innenverhältnis (gegenüber Begünstigten) bei bestimmten Instrumenten der Nachfolgeregelungen (Trust reg. mit Treugeberrechten), • zu viel Einfluss des Gründers nach der Errichtung kann nachteilig wirken, z.B. bezüglich Steueraspekten, Vermögensschutz, Herkunft des Gründers und die ihm vertraute Rechtsordnung häufig Kriterium für die Wahl eines bestimmten Nachlassplanungsinstrumentes.